Sommerferien nutzen – Rahmenbedingungen für möglichst pandemiesicheren Präsenzunterricht schaffen

Sommerferien nutzen – Rahmenbedingungen für möglichst pandemiesicheren Präsenzunterricht schaffen

Foto: Elchinator/pixabay.com

Gemeinsame Pressemitteilung der Stadtschulpflegschaft Köln und der GEW Köln vom 4.6.2021

Eltern & Lehrkräfte fordern: Sommerferien nutzen – Rahmenbedingungen für möglichst pandemiesicheren Präsenzunterricht schaffen

Nachdem die Corona-Pandemie seit mittlerweile deutlich über einem Jahr auch den Schulbetrieb massiv erschwert hat, fordern die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Köln und die Stadtschulpflegschaft Köln von den politischen Verantwortlichen, die Sommerferien unbedingt zu nutzen, um die Rahmenbedingungen für Präsenzunterricht unter maximal möglichem Gesundheitsschutz zu schaffen. „Auch wenn es niemals hundertprozentigen Infektionsschutz geben kann, so erwarten wir von den Entscheidungsträger:innen – insbesondere von der Stadt Köln – Schule endlich so pandemiesicher wie möglich zu machen. Die derzeit niedrigeren Inzidenzen dürfen nicht dazu führen, alles auf die leichte Schulter zu nehmen und die Schulferien einmal mehr ungenutzt verstreichen zu lassen“, mahnen Eltern und Lehrkräfte. „Es muss jetzt schon bedacht werden, dass im Herbst eventuell das Infektionsgeschehen wieder aufflammen und eine 4. Welle anstehen könnte. Schulen sind Orte, wo Angehörige vieler Haushalte auf engstem Raum in geschlossenen Räumen zusammenkommen. Im Sinne der Schulen und Familien mit schulpflichtigen Kindern erwarten wir ein vorausschauendes Handeln, einen klaren Plan und den bestmöglichen Gesundheitsschutz für alle Beteiligten.“, so die Stadtschulpflegschaft Köln und die GEW Köln weiter.

Hierzu fordern wir:

  • Bereitstellung von ausreichend Impfstoff, um das Impfangebot für Lehrkräfte und Schüler:innen, für die der Impfstoff freigegeben ist, schnellstmöglich umsetzen zu können
  • Luftfiltergeräte für alle Unterrichtsräume, Mensen und den Offenen Ganztag
  • CO2-Ampeln für alle Unterrichtsräume, Mensen und den Offenen Ganztag
  • Durchführung der regelmäßigen Tests durch geschultes Fachpersonal
  • Keine Bescheinigung von Negativtestungen durch schulisches Personal – Schulen sind keine Testzentren! Durch Labore ausgewertete PCR-Tests sollten mithilfe digitaler Lösungen durch die Labore bescheinigt werden können (ähnlich wie in Freiburg umgesetzt)
  • Entlastung der vollkommen überlasteten Lehrkräfte und mehr Personal vor Ort an den Schulen – insbesondere den Einsatz von mehr Schulsozialarbeiter:innen, um der auch für die Schüler:innen besonders belastenden Situation angemessen zu begegnen
  • Ausreichend pädagogische und technische Fortbildungen für Lehrkräfte
  • Dienstgeräte, die im Gegensatz zu den beschafften iPads zur dienstlichen Aufgabenerledigung taugen und mit dem Arbeitsschutzgesetz, der Arbeitsstättenverordnung und der Betriebssicherheitsverordnung vereinbar sind(1)
  • Rechtzeitige und verlässliche Kommunikation aller Erlasse und Entscheidungen an die Schulen und Familien

Es muss alles getan werden, was den Präsenzunterricht nachhaltig sicherstellt. Familien mit schulpflichtigen Kindern müssen sich auf Präsenzunterricht unter maximal möglichem Gesundheitsschutz verlassen können.“, so Nathalie Binz, Mitglied der Stadtschulpflegschaft Köln. „Das Hin und Her zwischen Präsenz-, Wechsel- und Distanzunterricht ist nicht nur eine massive Belastung für alle am Schulleben Beteiligten, sondern es leidet die Psyche sowie die Bildung der Kinder“, so Binz weiter.

Wo sind die Luftfiltergeräte und CO2-Ampeln für alle Räume? Wo ist die Einstellungsoffensive für mehr Personal? Wo sind die Fortbildungen und tauglichen Dienstgeräte für Lehrkräfte? Fehlanzeige. Es reicht nicht, immer wieder zu betonen, wie wichtig Präsenzunterricht sei, man muss auch die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Die Gelder dafür bereitzustellen ist eine rein politische Entscheidung, die jederzeit getroffen werden kann, wenn es den Verantwortlichen nur wichtig genug wäre. Unsere Kinder und Lehrkräfte, aber auch die Angehörigen zuhause und nicht zuletzt der Bildungsauftrag sollten ihnen das wert sein.“, betont Eva-Maria Zimmermann, Geschäftsführerin der GEW Köln abschließend.

 

Kontakt für Nachfragen
GEW Stadtverband Köln: kontakt@gew-koeln.de oder Tel.: 0176-47055649
Stadtschulpflegschaft Köln: info@stadtschulpflegschaft-koeln.de

 

(1) zur Digitalisierung an Schulen siehe auch https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/studie-digitalisierung-im-schulsystem-technikluecken-ungleichheiten-belastete-lehrkraefte/