Doch während die von ihrem Wunschgymnasium abgewiesenen Kinder einen Platz an einem anderen Gymnasium erhalten, bekommen über 600 Kinder keinen Platz an einer Gesamtschule. Auch sind die knappen Gesamtschulplätze immer noch ungleich verteilt: In Mülheim fehlen 221 Plätze, in Chorweiler 105; gerade in den Stadtteilen mit vielen zugewanderten Familien, mit vielen Kindern aus ökonomisch benachteiligten Familien müssten Rat und Verwaltung Gesamtschulen errichten, die diesen Kindern bessere Chancen bieten. Den Kindern, die es am schwersten haben, die unter Armut leiden, wird eine Schulform versagt, die ihnen am ehesten Chancen auf einen guten Schulabschluss geben könnte.
Die fehlenden Gesamtschulplätze tragen entscheidend zur starken Chancenungleichheit in Köln bei.
Der Arbeitskreis Schulentwicklung der GEW Köln fordert den Oberbürgermeister auf, mit seinen Möglichkeiten eine Gesamtschule in Neubrück zu realisieren, so wie im Wahlkampf versprochen. In Neubrück kämpft die Bürgerinitiative dort seit Jahren für eine Gesamtschule, doch CDU und Grüne verhindern dies. Dabei könnte mit kurzer Vorlaufzeit für 112 Kinder in einem Stadtteil mit vielen sozial benachteiligten Familien eine Gesamtschule entstehen.
Es kann aber nicht bei einer weiteren Gesamtschule bleiben. Ein neuer Schulentwicklungsplan muss endlich in den benachteiligten Stadtteilen für die Errichtung von Gesamtschulen sorgen. Köln muss endlich allen Kindern, die an einer Gesamtschule lernen wollen, diese Möglichkeit bieten.
Arbeitskreis Schulentwicklung
Anne Ratzki

