BILDUNGSALARM: STANDKUNDGEBUNG am 6. JUNI 2020

- unter Wahrung der Maßnahmen des Infektionsschutzes -

Bildungsalarm: Standkundgebung am 6. Juni 2020

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

genau wie in allen anderen Bereichen der Gesellschaft zeigen sich auch in den verschiedensten Bildungsbereichen all die Missstände, die wir bereits seit Jahren anmahnen, in der Coronakrise wie durch ein Brennglas verschärft:

Unhaltbare Betreuungsschlüssel in Kitas, was sich unter den Maßnahmen des Infektionsschutzes und mit dem Ausfall der Risikogruppen umso mehr verschärft – marode Gebäude, unhygienische Zustände gerade auch in den Sanitäranlagen in Schulen, Lehrkräftemangel, der durch den Ausfall der Risikogruppen zudem verschärft wird, zu volle Klassen in zu kleinen Räumen, wenig bis kaum vorhandene digitale Ausstattung und Kompetenz – kaum Tarifverträge und somit fehlende vertragliche und finanzielle Sicherheit im Offenen Ganztag, dessen Mitarbeiter*innen bei den derzeitigen Schulöffnungen lange überhaupt nicht mitgedacht wurden und im Dunkeln tappen mussten – Schulsozialarbeiter*innen, die in Kurzarbeit geschickt wurden – sich immer weiter verschärfende Bildungsungerechtigkeit – Befristungsunwesen an Hochschulen, wo teilweise Lehrbeauftragten nun kurzfristig gekündigt wird und Hochschuldemokratie derzeit gerne übergangen wird – fast vollständiger Verdienstausfall und damit existenzielle Bedrohung der Honorarkräfte in der Weiterbildung statt Festanstellungen – das alles sind nur einige Beispiele dessen, was uns die Krise derzeit doppelt und dreifach vor die Füße wirft.

Aus dem Grund möchten wir – auch wenn eine größere Demo wie ursprünglich angedacht zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich und sinnvoll durchführbar ist (diese wird zu gegebenem Zeitpunkt nachgeholt) – dennoch im Rahmen der coronabedingt eingeschränkten Möglichkeiten Alarm schlagen und auf dringend nötige Veränderungen pochen!

Daher wird in Fortsetzung unseres Bildungsalarms am 6. Juni 2020 von 13 Uhr – 14.30 Uhr eine Kundgebung auf dem Hans-Böckler-Platz unter Beachtung der Maßnahmen zum Infektionsschutz stattfinden, auf der wir gemeinsam Forderungen sammeln, um sie gegenüber den Verantwortlichen deutlich zu machen!

Uns ist klar, dass die Situation von Einrichtung zu Einrichtung und von Bildungsbereich zu Bildungsbereich sehr unterschiedlich ist. Wir wissen, dass ihr am besten wisst, wo die einzelnen Probleme liegen. Deshalb schlagen wir euch vor, in Vorbereitung unseres gemeinsamen Bildungsalarms am 6. Juni – auch wenn es derzeit schwierig ist – in euren Einrichtungen eure Forderungen in kleinen Gruppen zu beraten und als Transparent/rote Karte zur Kundgebung mitzubringen. Im Vorfeld könnt ihr uns auch ein Foto von euch und euren Forderungen schicken und uns auch rote Karten zusenden! Siehe dazu auch unsere rote-Karten- und die Selfie-Aktion:

https://koeln.gew-nrw.de/unsere-themen/neuigkeiten-aus-koeln/detail-neuigkeite/news/bildungsalarm.html

Ob ihr euch dabei auf die besondere Situation während der Corona-Krise beziehen wollt oder aber darüber hinaus, ist euch überlassen – Hauptsache die Realität kommt auf die Straße. Es wird wie letztes Mal ein offenes Mikro geben, an dem ihr eure Forderungen vortragen oder aus eurem Arbeitsalltag berichten können. Eure roten Karten und Selfies werden dann am 6. Juni auf jeden Fall deutlich sichtbar auf dem Hans-Böckler-Platz ausgestellt.

Selbstverständlich werden wir entsprechende Maßnahmen zum Gesundheitsschutz treffen wie beispielsweise Desinfektion der Mikrofonhalterung zwischen den Redner*innen und Mindestabstände von 1,5 m zwischen den Teilnehmer*innen der Kundgebung. Wer möchte, kann auch einen Mund-Nasen-Schutz anziehen, dieser ist jedoch nicht Pflicht. Der Gesundheitsschutz aller Teilnehmer*innen sowie der Gesellschaft insgesamt steht für uns an alleroberster Stelle! Daher dürfen beispielsweise auch keine Transparente/rote Karten/Fahnen von Person zu Person weitergereicht oder auch keine Flugblätter verteilt werden.

Macht mit und meldet euch gerne bei uns bis Freitag, den 29. Mai, zurück, wenn ihr/eure Kolleg*innen bei der Kundgebung dabei sein wollt/wollen, dass wir besser planen können.

Wenn ihr zur Kundgebung kommt, bringt bitte mindestens eine rote Karte mit Forderungen mit, dass wir wie bereits letztes Mal symbolisch alle zusammen den Entscheidungsträger*innen in Bund, Land und Kommune „die rote Karte für die Bildungspolitik“ zeigen können.

Lasst unseren Bildungsalarm unüberhörbar laut werden!

Im Auftrag für die Projektgruppe Bildungsalarm,
herzliche Grüße
Eva-Maria Zimmermann