Richtig und notwendig: Distanzunterricht wird fortgeführt

Schulministerium muss die Zeit nutzen und sicheren Wechselunterricht ermöglichen

Die Entscheidung des Schulministeriums, Schüler*innen in der ersten Woche nach den Osterferien in Distanz zu unterrichten, ist richtig. Die kurz vor Ostern verkündete Testpflicht ist schlecht vorbereitet und ist in der kommenden Woche nicht umsetzbar. Die Entwicklung der Inzidenzwerte unter Kindern und Jugendlichen verlief in den letzten Wochen dramatisch, darauf musste das Ministerium reagieren.
Richtig und notwendig: Distanzunterricht wird fortgeführt

Foto: Pexels/Katerina Holmes

„Das Ministerium muss nun liefern, nicht nur ankündigen. Die kommende Woche muss gut genutzt werden, um endlich verlässlich und rechtssicher zu organisieren, was Schulen für ein Wechselmodell mit Testpflicht benötigen,“ so Maike Finnern. „Wer Schulen öffnen will, muss impfen und testen. Ministeriellen Ankündigungen muss dringend die ministerielle Umsetzung folgen. Das haben Schulen – nicht zuletzt in den Osterferien – leider anders erleben müssen“ so die Vorsitzende der GEW NRW weiter. Die Einführung der Testpflicht war ein kommunikatives Desaster, die Auslieferung der Tests ist bislang misslungen.

Zwei verpflichtende Tests pro Woche sind eine wichtige Voraussetzung, um Unterricht in Präsenz durchführen zu können. Dafür erwartet die GEW NRW von der Landesregierung ein professionelles Testmanagement. „Tests müssen rechtzeitig und ausreichend in den Schulen ankommen, sie müssen in der Handhabung für die Schüler*innen geeignet sein und die Beaufsichtigung der Durchführung der Selbsttests in den Schulen darf nicht den Lehrkräften aufgebürdet werden“, so Maike Finnern.  Dafür müsse es mobile Teams aus geschultem Personal geben, die die Testreihen unter den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen beaufsichtigen oder durchführen. Für Grund- und einige Förderschulen sind zudem die derzeit ausgelieferten Tests ungeeignet – das ist auch dem Ministerium bekannt.

Letztlich entscheidend für sicheren Schulbetrieb jedoch ist es, allen Beschäftigten in allen Schulen ein Impfangebot zu machen. Alle Beschäftigten aller Schulen, auch der weiterführenden und berufsbildenden Schulen, sind gezwungen über längere Zeit mit vielen Menschen in einem Raum zu arbeiten. Daher müssten sie jetzt bevorzugt ein Impfangebot bekommen.

Schüler*innen und Lehrkräfte haben sich in den letzten Monaten unter besonders schwierigen Bedingungen auf die Abiturprüfungen vorbereitet. Eine kurzfristige Absage würde diese Arbeit in Frage stellen und für Verunsicherung sorgen. Die Abiturprüfungen müssen angepasst werden, die Lehrkräfte mehr Auswahl bekommen damit sie die passenden Aufgaben auswählen können. Es ist richtig, sie jetzt so verändert stattfinden zu lassen. Für die zentrale Prüfungen in der Jahrgansstufe 10 stellt sich das anders dar. „Die GEW NRW fordert eine Aussetzung der zentralen Prüfungsarbeiten im Jahrgang 10. Das ist wegen der schwierigen Vorbereitungen in diesem Schuljahr geboten“, so die GEW-Chefin. Die Prüfungsarbeiten sollten durch normale Klassenarbeiten ersetzt werden, die Noten in diesem Jahr auch in den Hauptfächern als Jahresnoten vergeben werden.

Michael Schulte - Geschäftsführer der GEW NRW