Stellungnahme des Geschäftsführenden Vorstands zur Notbetreuung in Kitas & Schulen

Stellungnahme des Geschäftsführenden Vorstands zur Notbetreuung in Kitas & Schulen

Foto: Steve Buissinne/pixabay.com

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Köln begrüßt die derzeitige Schließung der Schulen, Kitas und anderer Bildungseinrichtungen als eine sinnvolle und notwendige Maßnahme, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Ebenso ist unmittelbar einsichtig, dass eine Notbetreuung der Kinder von Eltern gewährleistet sein muss, die in Bereichen der kritischen Infrastruktur arbeiten und ihre Kinder nicht zuhause betreuen können. Auch wenn die Ausweitung der Notbetreuung an Schulen und Kitas auf Wochenenden sowie in den Osterferien einen starken Eingriff in die Arbeitszeiten der Beschäftigten darstellt, ist den Kolleg*innen ihre solidarische Verantwortung in der derzeitigen gesellschaftlichen Notsituation sehr bewusst.

In diesem Sinne fordern wir alle Leitungen von Schulen und Kitas dazu auf, die Notbetreuung mit Freiwilligen zu besetzen. Wir sind davon überzeugt, dass es genügend Beschäftigte geben wird, die sich freiwillig bereit erklären, die Notbetreuung zu sichern, insofern der Gesundheitsschutz sowohl der Beschäftigten als auch der betreuten Kinder an erster Stelle steht und zuverlässig gesichert ist. Daher hält die GEW Köln folgende Maßnahmen für zwingend erforderlich:

  • Es dürfen keine Beschäftigten eingesetzt werden, die selbst einer Risikogruppe angehören oder in deren unmittelbarem häuslichen Umfeld Personen aus einer Risikogruppe leben.
  • Um den Schutz vor Infektion für diejenigen Beschäftigten ausreichend zu gewährleisten, die die Notbetreuung sicherstellen, müssen die Reinigungspläne der betroffenen Einrichtungen entsprechend angepasst werden. Türklinken, Tischoberflächen, Waschbecken, Toiletten sowie anderweitig oft benutzte Oberflächen sollten mindestens 2 Mal am Tag gereinigt werden, auch am Wochenende und in den Schulferien.
  • Auf den Toiletten müssen ausreichend Seife, Toilettenpapier und Trockentücher vorhanden sein.
  • Da in den Einrichtungen weder die Mindestabstände noch ein Kontaktverbot für mehr als zwei Personen eingehalten werden können, sind weitere Hygienemaßnahmen zu treffen wie beispielsweise das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oder der Gebrauch von Desinfektionsmittel.
  • Die Betreuungssituation darf sich durch die Ausweitung des Personenkreises, deren Kinder notbetreut werden, nicht derart verändern, dass sie die Schließung der Einrichtungen ad absurdum führt und wieder größere Gruppen entstehen. Falls sich Ähnliches abzeichnen sollte, müssen neue Lösungen gefunden werden, die die Gesundheit der Beschäftigten sowie der betreuten Kinder und ihres jeweiligen Umfeldes nicht gefährden.

Darüber hinaus ist es uns als GEW Köln wichtig, ganz entschieden darauf hinzuweisen, dass auch in Zeiten einer Krise die Mitarbeitervertretungen in Form von Lehrerräten, Betriebs- oder Personalräten und Gewerkschaften mit einbezogen werden müssen, um praktikable und gerechte Lösungen zu finden, die neben der Notbetreuung den Gesundheitsschutz der Beschäftigten sowie der betreuten Kinder sicherstellen.

Abschließend stellen wir fest, dass sich in der jetzigen Ausnahmesituation vor aller Augen offenbart, was unter sonst üblichen Umständen in unseren Schulen, Kindertagesstätten und weiteren Bildungseinrichtungen gang und gäbe ist: Es fehlt am Nötigsten! Angefangen bei Seife und Papierhandtüchern über Toilettenpapier und hygienische Sanitäranlagen bis hin zu Gebäuden, die in marodem Zustand sind und einer Infrastruktur, die den heutigen Standards nicht genügt. Angesichts dieser chronischen Missstände fordern wir, dass die Maßnahmen zur Bewältigung der Covid-19-Krise zur dauerhaften Verbesserung der Lern- und Lehrbedingungen führen werden.

Geschäftsführende Vorstand
Stadtverband Köln
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft