PM: GEW bekräftigt ihre Forderung nach 4 Gesamtschulen zeitnah

PM: GEW bekräftigt ihre Forderung nach 4 Gesamtschulen zeitnah

Foto: PIRO4D/pixabay.com

Pressemitteilung vom 3. Mai 2021: Ergebnisse der Diskussionsveranstaltung der GEW Köln & des DGB Köln/Bonn mit SPD & LINKE im Rat der Stadt Köln

GEW bekräftigt ihre Forderung nach 4 Gesamtschulen zeitnah und fordert den schnellen Start für zwei neue Gesamtschulen in Ossendorf und Neubrück 2022/23

Auf Einladung von GEW Köln und DGB Köln/Bonn trafen sich am 27. April der Arbeitskreis Schulentwicklung der GEW mit den Bildungspolitikern der SPD Oliver Seeck und der LINKEN Heiner Kockerbeck. Die Online-Diskussion war für Gewerkschaftsmitglieder geöffnet. Die Veranstaltung war Teil der Reihe „Den Eltern- und Schüler*innenwillen ernst nehmen - mehr Gesamtschulen in Köln“.

695 Kinder mussten dieses Jahr wegen Platzmangel an den Gesamtschulen abgelehnt werden und mussten sich an Haupt-, Realschulen oder an Gymnasien anmelden. Dies führte dort zu Raumnot und wieder zu Ablehnungen. Immer noch haben 50 Kinder keinen Schulplatz gefunden (Stand: 1. Mai). Eine solche „Schulplatz-Lotterie“ (Kölnische Rundschau) wie dieses Jahr mit „Ungerechtigkeit gegen Jedermann“ (KStA) darf sich im nächsten Jahr nicht wiederholen. Darin waren sich GEW und DGB mit den Ratsmitgliedern einig.

Wo könnten kurzfristig weitere Gesamtschulplätze entstehen?
GEW, SPD und Linke waren sich einig: Damit möglichst schon im Schuljahr 2022/23 ein weiteres Gesamtschulangebot vorliegt, könnte linksrheinisch die Gesamtschule Ossendorf mit Interimsbauten starten. Eine weitere Lindenthaler Gesamtschule könnte nach dem kurzfristigen Zukauf eines Grundstücks neben der Elsa Brandström Schule ebenfalls zeitnah Plätze in einem Interim anbieten. Die SPD hatte allerdings auch ein Gymnasium dort nicht ausgeschlossen.

SPD und Linke betonten ihre Unterstützung der Bürgerinitiative Rondorf. In Rondorf soll eine Gesamtschule statt eines Gymnasiums gebaut werden. Dazu muss ein Ratsbeschluss geändert werden.

Kritisch wurde die Lage in den rechtsrheinischen Stadtbezirken Mülheim, Kalk und Porz diskutiert. Nach dem Schulentwicklungsplan 2020 ist dort trotz hoher Ablehnungszahlen (357 Ablehnungen im letzten Schuljahr) keine einzige neue Gesamtschule zeitnah vorgesehen.

Anne Ratzki wies auf die schwierige Lage in Kalk hin. Dort gibt es nur eine Gesamtschule, die 1981 gegründet wurde. Anne Ratzki: „Kalk mit seiner multikulturellen Bevölkerung und den vielen Familien, die hier von Armut betroffen sind, braucht dringend eine zweite Gesamtschule. Der Stadtteil ist über Jahre hinweg von der Stadt sträflich vernachlässigt wurden. Im Schulentwicklungsplan wird keine einzige konkrete Möglichkeit für eine weitere Gesamtschule genannt.

Doch es gäbe eine Möglichkeit: An der Hauptschule am Helene-Weber Platz in Neubrück könnte eine Gesamtschule im Interim schnell starten. Die Bezirksvertretung hat dies bereits 2018 beschlossen, aber im Schulentwicklungsplan steht der merkwürdige Zusatz, dieser Plan werde „nicht weiter verfolgt“. Die neue Bezirksvertretung hat diesen Beschluss wieder aufgegriffen. Eine Vertreterin der BV Kalk nahm an der Diskussion teil und setzte sich engagiert für eine Gesamtschule in Neubrück ein. Die Vertreter der SPD und der LINKEN sagten zu, sich um diese Möglichkeit aktiv und schnell zu kümmern.

In den Bezirken Mülheim und Porz sind Neubaugebiete vorgesehen, in denen je eine Gesamtschule geplant ist. Dort fordert die GEW – in Übereinstimmung mit den Bezirksvertretungen – die Gesamtschulen zeitlich vorzuziehen.

Ein Fazit der Veranstaltung:

Die Vertreter der Ratsparteien SPD und LINKE stimmten mit der GEW darin überein, dass die Verwaltung im Schulentwicklungsplan Korrekturen vornehmen und dass der Rat Änderungen und Ergänzungen beschließen muss, um schnell weitere Gesamtschulplätze einzurichten. Unkonventionelle Lösungen sind gefragt, um weiteres Schulchaos zu verhindern.

GEW und SPD waren bisher in Gesamtschulfragen nicht immer einer Meinung. Umso mehr freut sich die GEW jetzt über viele Gemeinsamkeiten, nicht nur mit der LINKEN, sondern auch mit der SPD.

Die GEW bekräftigt ihre Forderungen:

  1. Start der Gesamtschule in Ossendorf in Interimsbauten zum Schuljahr 2022/23!
  2. Zügige Prüfung und Umsetzung der Vorschläge von allen Lindenthalern Bezirksvertretern für einen (Interims-) Bau einer weiteren Lindenthaler weiterführenden Schule (Gesamtschule oder Gymnasium) auf dem Gelände neben der Elsa-Brändström-Schule! Die GEW fordert dort eine Gesamtschule.
  3. Bau einer Gesamtschule in Rondorf statt eines Gymnasiums!
  4. Interim für eine neue Gesamtschule in Kalk/Neubrück/Helene-Weber-Platz 2022/23!
  5. Zeitnahe Lösungen für weitere Gesamtschulen in Mülheim und Zündorf durch Vorziehen der beschlossenen Gesamtschulen in den Neubaugebieten Mülheim-Süd und Porz-Zündorf!


Durch den Start von mindestens zwei neuen Gesamtschulen 2022/23 könnte auch die Schulplatzvergabe an Gymnasien und Realschulen deutlich entspannt werden.