Kundgebung am 27.11.19 auf dem Albertus-Magnus-Platz

Kundgebung am 27.11.19 um 12.30 Uhr auf dem Albertus-Magnus-Platz

Foto: J. Jilg

Wir rufen als GEW mit auf zur Kundgebung am Mittwoch, den 27.11.2019 um 12.30 Uhr auf dem Albertus-Magnus-Platz und auch dazu, anschließend zur Senatssitzung mitzukommen, die ab 13 Uhr stattfindet.

Gemeinsame Pressemitteilung der GEW Köln & des Bündnisses „Keine Kürzungen“

Über 4.000 Uni-Mitglieder richten Petition an den Hochschulsenat: Kürzungen sollen gestoppt werden

Angesichts eines strukturellen Defizits von 17 Millionen Euro jährlich sind an der Uni Köln alle Fakultäten von massiven Kürzungen betroffen. Im April diesen Jahres hat sich ein Bündnis von Studierenden, Wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und Professor*innen gegründet und die erste Mitgliederinitiative in NRW an einer Hochschule gestartet: Seit 2014 ist es möglich, mit der Sammlung von 4 % der Unterschriften von Mitgliedern einer Hochschule wichtige Fragen auf die Tagesordnung der höchsten Uni-Gremien zu setzen .

Nun ist beim Senat die Mitgliederinitiative eingereicht worden, in der gefordert wird, alle Stellen zu erhalten und die öffentliche Grundfinanzierung der Hochschule deutlich auszubauen. Zudem soll der Haushalt der Hochschule zukünftig transparent und demokratisch aufgestellt werden.

Der Hochschulsenat wird sich auf seiner hochschulöffentlichen Sitzung am 27. November um 13 Uhr im Neuen Senatssaal mit der Mitgliederinitiative befassen, deren Forderungen vom Bündnis vorgestellt werden. Ab 12:30 Uhr wird eine Kundgebung gegen die Kürzungen auf dem Albertus-Magnus-Platz stattfinden, zu der das Bündnis zusammen mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Köln aufruft.

Neben über 4.000 Unterzeichner*innen werden die Forderungen der Kampagne mittlerweile von der Philosophischen und der Humanwissenschaftlichen Fakultät, vom Studierendenparlament, zahlreichen Fachschaften, den Students for Future, einzelnen Fachbereichen und der GEW Köln unterstützt.

So begründet das Department Erziehungs- und Sozialwissenschaften in einer Stellungnahme:
„Die Aufgaben der Gegenwart erfordern einen Ausbau des Angebots und nicht eine Reduzierung der Studierendenzahlen. Wir wenden uns gegen die Sparpolitik und fordern die umfassende Weitergabe der Mittel aus dem neuen Zukunftsvertrag Studium und Lehre. Wir fordern von der Bildungspolitik, das Verhältnis Grund und Projektfinanzierung der Hochschulen zu überprüfen und die Grundfinanzierung zu erhöhen.“

Bereits jetzt haben die Proteste zudem zu einer ersten Verbesserung geführt: Die Juniorprofessur für Türkische Sprache und Kultur sollte ursprünglich 2020 auslaufen, nun ist seitens der Fakultät beschlossen worden, der Inhaberin eine Verlängerung der Stelle für ein weiteres Jahr anzubieten, mit dem Ziel einer langfristigen Verstetigung.
Die Fachschaft Sprachen und Kulturen der Islamischen Welt (SKIW) hatte in einer Stellungnahme auf die Bedeutung dieser Professur für die Universität hingewiesen: „Während an den meisten Lehrstühlen für „Turkologie“ in Deutschland der Fokus auf osmanischer Geschichte und Türksprachen liegt, sticht das Orientalische Seminar der Universität zu Köln mit seinem Bezug zur modernen Türkei heraus. Sogar in der Türkei selbst wird nur noch an einer Universität aus kritischer Perspektive zur modernen türkischen Literatur und Kultur geforscht“.

Auch Eva-Maria Zimmermann, Geschäftsführerin der Kölner GEW, fordert den Hochschulsenat dazu auf, die Forderungen des Bündnisses zu unterstützen. „Eine bedarfsgerechte öffentliche Grundfinanzierung ist dringend nötig zur Schaffung von sicheren, unbefristeten Arbeitsverhältnissen und damit auch zur langfristigen Sicherung der Qualität von Forschung und Lehre sowie von Studienplätzen. Sparpolitik auf dem Rücken der Beschäftigten und Studierenden ist ein Armutszeugnis der Bildungspolitik, das wir als GEW auf‘s Schärfste kritisieren“, so Zimmermann weiter in Richtung Landespolitik.

Annette Steffny, Studentin und Mitgründerin des Bündnisses, appelliert daher: „Wir rufen alle Studierende und Mitarbeitende der Universität zu Köln dazu auf, zur Senatssitzung zu kommen, denn produktive und kritische Bildung und Wissenschaft brauchen eine ausreichende und transparente Grundfinanzierung“.