#IhrFehlt für gute Schule – GEW fordert Maßnahmen gegen Lehrkräftemangel

#IhrFehlt für gute Schule – GEW fordert Maßnahmen gegen Lehrkräftemangel

Illustration: Canva

Pressemitteilung vom 15.9.2021:

Aktion auf dem Kölner Neumarkt am Dienstag, den 21.9.2021 zwischen 14 Uhr und 15 Uhr

Mit der Kampagne „#IhrFehlt für gute Schule“ weist die Bildungsgewerkschaft GEW NRW auf den eklatanten Mangel an Lehrer*innen in den NRW-Schulen hin. „Der Lehrkräftemangel an den Schulen in NRW verhindert Bildungschancen unserer Kinder und Jugendlichen“, betonen die Kölner Bezirksfachgruppen Grundschule und Förderschule der GEW. Bei der zentralen Aktion auf dem Neumarkt in Köln am 21. September 2021 werden 40 Figuren aufgestellt, die symbolisch für die fehlenden Lehrkräfte in den Schulen stehen.

Die Landesregierung rechnet die Zahlen schön: So gibt das MSB an, dass die Grundschulen im Regierungsbezirk Köln im Schuljahr 2019/2020 eine Personalausstattungsquote von ca. 100 % gehabt hätten. Dies suggeriert, dass überall Unterricht nach Stundenplan erteilt werden könne. In der Realität muss für eine reibungslose Unterrichtsversorgung und qualitativ hochwertige Förderung allerdings eine höhere Besetzungsquote gegeben sein“, so Ursula Habeth-Gaspari, Mitglied der Fachgruppe Grundschule. Und hier fehlen Kolleg*innen: Sie fehlen als Klassenlehrer*in, als Fachlehrer*in, für die individuelle Förderung, für eine Vertretung im Krankheitsfall. Insbesondere fehlen sie den Kindern als verlässliche Bezugspersonen. In NRW fehlen über alle Schulformen hinweg rund 4.000 Lehrkräfte, allein 1.450 an den Grund- und mehr als 600 an den Förderschulen.

Dieser chronische Mangel verhindert, dass wir in allen Klassen verlässlich und individuell beste Bildung bieten können“, erläutert Maren Bennemann, Mitglied der Fachgruppe Förderschule. „Ausbaden müssen das die Schüler*innen mit schlechteren Chancen auf ihrem Lebensweg und die Kolleg*innen mit einer größeren Belastung. Eine zukunftsfähige Schule braucht eine sehr gute personelle Ausstattung!

Die Bildungsgewerkschaft fordert deshalb, die gemachten Versprechen einzulösen. „Wir müssen dafür sorgen, dass mehr Menschen sich für den Beruf als Lehrkraft entscheiden, vor allem an einer Grund- oder Förderschule. Deshalb brauchen wir ein Ende der verfassungswidrig unterschiedlichen Besoldung von Lehrkräften an verschiedenen Schulformen. Dazu müssen die Studienkapazitäten erhöht werden, um mehr grundständig ausgebildete Lehrer*innen in den Schulen zu haben. Seiten- und Quereinsteiger*innen dürfen nicht alleine gelassen werden – hier braucht es umfangreiche Qualifizierungen und eine Beschäftigung mit langfristiger Perspektive und angemessener Bezahlung“, so die Gewerkschafterinnen abschließend.