GEW Köln fordert Testung an Schulen ausschließlich mit PCR-Tests

GEW Köln fordert Testung an Schulen ausschließlich mit PCR-Tests

Foto: Alexandra Koch/pixabay.com

Pressemitteilung vom 14.01.2022:

Die GEW Köln fordert die Stadt Köln als Schulträger dazu auf, an allen Kölner Schulen statt Antigen-Schnelltests mittels Nasenabstrich ausschließlich PCR-Tests durchzuführen.

Mitten in der aktuellen Welle erleben wir horrende ansteigende Infektionszahlen unter Schüler*innen. Diese fachen auch in der restlichen Bevölkerung das Infektionsgeschehen an und stellen eine unmittelbare Gefahr für Angehörige sowie schulische Mitarbeiter*innen dar. Kolleg*innen berichten, dass mithilfe von Schnelltests längst nicht alle Infektionen zuverlässig entdeckt werden, wie Erfahrungen aus dem Schulalltag zeigen, wo es immer wieder vorkommt, dass Schüler*innen PCR-positiv getestet werden, obwohl sie zuvor per Schnelltest negativ getestet worden waren. Monitor-Recherchen zufolge haben zudem die neu beschafften Schnelltests für NRWs Schulen nur eine Gesamt-Sensitivität von 50 %, bei mittlerer Viruslast sogar nur noch von 25 %(1).

Nick Bauermeister vom Leitungsteam der Fachgruppe Gesamtschule der GEW Köln betont: „PCR-Tests sind sicherer und genauer. Selbst bei geringerer Viruslast kann eine Infektion nachgewiesen werden. Zudem kommt es beim Nasenabstrich regelmäßig zum Nießen in beengten, voll besetzten Räumlichkeiten, benutzte Teststäbchen landen auf Tischen, Testflüssigkeit läuft aus und vieles mehr. Die Handhabung der Lolli-Test hat sich somit als deutlich praktikabler und sicherer erwiesen.“

Selbst das MSB NRW betont in der Schulmail vom 3. Mai 2021 bereits, dass die PCR-Testmethode sensitiver sei und man dadurch „größtmögliche Sicherheit und einen nochmals verbesserten Gesundheitsschutz für die Schülerinnen und Schüler sowie für (…) Lehrkräfte im Präsenzbetrieb“ erreichen könne. Hinzu kommt, dass das Testverfahren für weniger Zeitaufwand sorgt und somit besser in den täglichen Unterrichtsablauf integriert werden könne. Bauermeister präzisiert: „Schnelltests müssen dreimal pro Woche durchgeführt werden, PCR-Tests aufgrund der hohen Sensitivität nur zweimal. Das macht nicht nur organisatorisch einen großen Unterschied, sondern auch in der Menge Müll, die anfällt: Während bei Schnelltests pro Schüler*in dreimal pro Woche ein Plastikwattestäbchen, ein Röhrchen und ein Teststreifen benötigt werden, fallen bei PCR Tests nur zweimal die Woche ein Wattestäbchen pro Schüler*in sowie ein Röhrchen für die ganze Klasse an“.

Gleichwohl sind der GEW Köln Fälle bekannt, in denen es aufgrund von Überlastung der Labore zu Problemen mit der Übermittlung von Testergebnissen kommt: Teilweise verschwinden Proben im Labor, sie werden vertauscht oder eine Rückmeldung bleibt aus. „Die Laborkapazitäten müssen ausgeweitet, mehr fachkundiges Personal eingestellt und ein verlässlicher Umgang mit den Proben sichergestellt werden. Das ist im Hinblick auf Omikron absolut unerlässlich zum Schutze aller“, so Eva-Maria Zimmermann, Geschäftsführerin der GEW Köln.

Wir begrüßen zudem die seit nach den Weihnachtsferien an Grund- und Förderschulen gängige Praxis direkt zwei Proben zu entnehmen, einmal für den PCR-Pooltest und eine individuelle Probe, die im Fall eines Positivpools sofort im selben Labor getestet werden kann. Dies wird die Entdeckung von Infektionen noch einmal beschleunigen. Wieso dies aber nur für diese Schulformen geplant ist, erschließt sich uns nicht. Diese Testmethode sollte in allen Schulen angewendet werden. PCR-Tests sind und bleiben die sicherste Möglichkeit, Infektionen zu entdecken. Daher fordern wir als GEW Köln, an Schulen ausschließlich auf PCR-Tests zu setzen. Uns ist allerdings auch bekannt, dass das Land NRW die Stadt Köln bei der Finanzierung der PCR-Tests im Stich lässt und somit auch seine Fürsorgepflicht als Arbeitgeber der Lehrkräfte an Schulen nicht ausreichend wahrnimmt(2), was skandalös ist. Wir erwarten seitens des Landes NRW auch eine entsprechende Unterstützung für die kommunalen Schulträger“, so die Gewerkschafterin abschließend.

 

(1) https://www.facebook.com/monitor.wdr/ (Beitrag vom 10.01.2022)
(2) https://www.ksta.de/koeln/corona-inzidenz-steigt-rasant-ueber-400er-marke---mehr-als-1100-neuinfektionen-36349934?cb=1641912513870& (Beitrag vom 28.12.2021)