Riskanter Schlingerkurs der Ministerin

Schulöffnungen in dritter Welle?

Die GEW NRW hält die Rückkehr aller Schüler*innen in die Schulen für ein riskantes Manöver, ein Schulstart unter diesen Voraussetzungen einer anlaufenden dritten Welle ist falsch. Obwohl die Tests für Schüler*innen bisher bei einer Ankündigung bleiben, obwohl die Landesregierung zeitnahe Impfungen aller Beschäftigten an Schulen bislang verweigert, werden alle Schüler*innen und Lehrkräfte – für 10 Schultage – wieder zu Präsenzunterricht verpflichtet. Zudem verstärkt sich für die Bildungsgewerkschaft der Eindruck eines ministeriellen Schlingerkurses.
Corona - Schlingerkurs der Ministerin

Foto: Dominik Buschardt

„Schule ist wichtig als sozialer Ort und für Strukturen im Alltag. Aber die Landesregierung hat ihre Hausaufgaben angesichts der dritten Welle nicht gemacht. Jetzt für 10 Schultage wieder mit allen zu beginnen, birgt die Gefahr, dass Infektionen ausbrechen und in die Familien getragen werden.“, erklärte heute Morgen (15.3.) GEW-Landesvorsitzende Maike Finnern und zeigte sich besorgt über die aktuelle Entwicklung.

Als ministeriellen Schlingerkurs kritisierte GEW-Chefin Finnern das Agieren der Schulministerin: „Nachdem die 50 als Inzidenzwert für weitere Öffnungen schon vor zwei Wochen gefallen ist, fällt jetzt erneut die dann aufgestellte 100 als Marke für das Zurücknehmen von Öffnungsschritten“. Sie unterstrich: „Das geht so nicht und ist das Gegenteil von dem, was ich unter Verlässlichkeit und Planung verstehe.“ Wenn Kommunen sich an diesem Wert orientierten und die weiteren Öffnungen in Frage stellten, dann würden sie ausgebremst.

Insgesamt – so die kritische Bilanz der GEW-Chefin - sei zu wenig passiert und vor allem zu wenig vorausschauend geplant. „Die angekündigten Tests für Schüler*innen kommen vielleicht erst in der kommenden Woche“, vermutet Finnern nach den Aussagen von Ministerin Gebauer und weiter: „Es drängen sich zig Fragen auf: wer schult wen für die Beaufsichtigung der Tests und wie geht man mit Material für die Tests um? Was passiert, wenn ein Test positiv ausfällt? Eine durchdachte Teststrategie ist das nicht. Warum gibt es keine Luftfilter für die Räume und wie werden feste und kleine Gruppen garantiert, und zwar zu jeder Zeit?“ Zeitgleich fehle es an einer klaren Ansage des Schulministeriums, dass es keinen Unterricht nach Stundentafel geben könne.

Zwar sei erste Woche der Impfungen ist im Großen und Ganzen gut angelaufen und die Impfbereitschaft unter den Lehrkräften in den Schulen sei groß. Allerdings sei es aus GEW-Sicht unbedingt notwendig, vor dem Hintergrund, dass das MSB die Schulen in die beginnende dritte Welle hinein öffne. Auch wirklich allen Beschäftigten in den Schulen schnellstmöglich ein Impfangebot zu machen. Maike Finnern abschließend: „Hier erwarten wir schnelle Nachbesserung.“

Berthold Paschert - Pressesprecher der GEW NRW