JA13! - Protestaktion - Weil Grundschullehrer*innen es verdienen!

Am 23. November 2016 organisierte die GEW im Bezirk Köln einen Aktionstag für eine faire Besoldung von Lehrer*innen. An diesem Tag war Equal Pay Day. Das heißt: Gemessen an der Besoldung für die Sekundarstufe II arbeiten Lehrkräfte an Grundschulen ab diesem Tag, also die letzten fünf Wochen des Jahres, unbezahlt. Gleiches gilt in NRW auch für Lehrkräfte an den Schulen der Sekundarstufe I.

Darum kamen rund 200 Grundschullehrer*innen vor der Bezirksregierung in Köln zusammen und demonstrierten für eine Aufwertung ihres Lehramtes. Sie fordern eine Besoldung nach A13 Z für alle Lehrer*innen in NRW. Auch Vertreter*innen anderer Schulformen sowie tarifangestellte Lehrkräfte, die noch viel schlechter bezahlt werden, nahmen teil und hielten Ansprachen.

Grundschullehrer*innen werden im Eingangsamt nach A12 besoldet, Lehrer*innen an Gymnasien und in der Sekundarstufe II nach A13 Z (Zulage). Nach GEW-Berechnungen liegt die Differenz im Einstiegsgehalt zwischen A12 und A13 Z bei über 600 EURO.

Verschiedene Schulformen - gleichwertige Arbeit

"Kleine Kinder - kleines Geld, große Kinder - großes Geld", nach diesem Steinzeit-Motto werden Lehrer*innen in Deutschland nach wie vor bezahlt. An den verschiedenen Schulformen wird zwar unterschiedlicher Unterricht gehalten, aber die Arbeit ist gleichwertig, egal ob es einen höheren pädagogischen oder fachlichen Anteil gibt. 

"An Grundschulen wird das Fundament für die Bildungskarriere der Kinder gelegt. Hier werden nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt. Kinder erfahren zum Beispiel auch, wie man lernt und Verantwortung für sich selbst und andere übernimmt. Eine faire Besoldung für die Lehrkräfte dort ist überfällig." So beschreibt Johanne Duensing, Sprecherin der GEW-Fachgruppe Grundschule im Bezirk Köln, die Motive für die Durchführung der Aktionstage.

Rechtsgutachten sieht Verfassungswidrigkeit

Gestützt auf mehrere Rechtsgutachten sieht die GEW diese diskriminierende Praxis als verfassungswidrig an. Das Gutachten des namhaften Rechtswissenschaftlers Prof. Dr. Ralf Brinktrine, Universität Würzburg, kommt zu dem Ergebnis: Es gibt keine sachlichen Gründe, Lehrkräfte an Grundschulen und an den Schulformen der Sekundarstufe I schlechter zu bezahlen. Hochschulausbildung und Vorbereitungsdienst sind für Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen gleich lang. Im Lernprozess der Kinder leisten sie gleichwertige Arbeit.

Zur Durchsetzung der gleichen Bezahlung organisiert die GEW eine bundesweiten Kampagne mit dem Titel "JA13! Weil Grundschullehrer*innen es verdienen". Auch in vielen anderen Städten fanden am Equal Pay Day Aktionen statt: https://www.gew-bw.de/bildung-weiter-denken/

Die GEW wird am Ball bleiben. Ein nächster Schritt ist eine Online-Petition, die man hier unterzeichnen kann:

https://www.openpetition.de/petition/online/a13-fuer-alle-lehrerinnen-und-lehrer

Über die Aktion am 23.11.2016 vor der Bezirksregierung Köln gibt es ein Video (moviio/Jonas Fohrbeck):

https://www.dropbox.com/sh/v7uo3jlefuhr5p3/AAA1dDIbo98qJyqKZzMftgz3a?dl=0

 

Kontakt und Rückfragen - Fachgruppe Grundschule:

Johanne Duensing, 0173-4827259

Elke Hoheisel-Adejolu, 0157-81683778